Warum bin ich selbstständig?

Eigentlich bevorzuge ich Festanstellung, wegen beruflicher Sicherheit, kürzeren Arbeitswegen und geregelten Abläufen. Es ist einfach viel bequemer und einfacher, weil man sich um viel weniger kümmern muss. Man steht auf, fährt zur Arbeit, erledigt seine geplanten Aufgaben usw. Als Angestellter ist alles viel einfacher als bei einer freiberuflichen Tätigkeit:

  • Ich brauche keine Hotels für Übernachtungen buchen, weil ich abends zu Hause bei meiner Familie bin.
  • Ich kenne meine Kollegen und weiß mit welchen Abteilungen und Dienstleistern ich kommuniziere.
  • Ich benötige eigentlich keine Marketing- oder Netzwerkaktivitäten, um Folgeaufträge zu generieren.
  • Ich kenne in meiner Firma meine vorgeschriebenen Ziele, Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten.
  • Ich bekomme pünktlich zum 01. des Monats mein Geld, egal ob ich im Urlaub oder krank war.

Ich weiß auch nicht wieso, aber ich bin bislang nie länger als 2,5 Jahre bei einer Firma geblieben. Immer wieder kamen unvorhergesehene Probleme daher oder es taten sich lohnenswerte berufliche Chancen und Möglichkeiten auf. Bei meinem Aufgabenbereich „eBusiness Management“ gefällt mir speziell die komplizierte Aufbauphase im B2B- bzw. B2C-Onlinehandel. Das ist genau das was mir persönlich extrem viel Spaß bereitet, weshalb ich schon unbewusst auf Stellensuche gehe, sobald sich Routine einschleicht.

Zudem stelle ich fest, ich bin mittlerweile als technisch versierter eCommerce Projektleiter auf einem Gehaltsniveau angekommen, wo meine Gehaltsforderungen für Unternehmen scheinbar zu hoch sind. Trotz vieler Bewerbungen auf der Suche nach einer Festanstellung finde ich keinen Arbeitgeber oder nicht die für mich passende Stelle. In den letzten Jahren ist es mir gelungen eine sehr spezielle eBusiness Expertise aufzubauen, die ich einigen namhaften Unternehmen verdanke: IntelliShop (Systemair, Frico und Fantech), encory (BMW), Franz-Mensch, UNIC (Mammut und Manor), Media-Saturn, HolidayCheck, etc. Als Bindeglied zwischen Fachbereichen und IT verstehe ich beide Parteien und kann E2E-Konzepte, IT-Solution-Designs und Business-Analysen anfertigen. Dieses Requirements Engineering Know-How ist eine meiner Kernkompetenzen, die es mir ermöglichen innerhalb von 4 – 6 Wochen einen Freelancer Auftrag zu bekommen. Scheinbar ist es für mich wesentlich leichter als Freelancer unterzukommen, als eine Festanstellung zu finden. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen, also quasi eher unfreiwillig als Freiberufler aktiv zu werden. Die Gründe die dafür sprechen sind:

  • Ich finde schnell den passenden Auftrag, bei dem ich mein agiles Projektleiter Wissen einbringen kann.
  • Ich bekomme die von mir bevorzugte Aufgabenstellung, wo ich Firmen in schwierigen Situationen helfe.
  • Ich wähle Firmen gezielt aus und entscheide wo ich arbeite, was ich arbeite und für wen ich arbeite.
  • Ich erhalte eine faire Bezahlung dafür, dass ich mich schnell in neue Themenbereiche einarbeite.
  • Ich arbeite mich laufend in neue Aufgaben ein und verbreitere so noch schneller meine Wissensbasis.
  • Ich plane meine Urlaube und Arbeitseinsätze, so bleibt mehr Zeit zur persönlichen Fortbildung.

Wie wurde ich als IT-Freelancer zum Freiberufler?

Ich wusste bereits grob was ich machen wollte und suchte bereits vor der Anmeldung meiner Selbstständigkeit einen Auftrag als Freelancer. Schon seit Jahren bin ich auf verschiedenen Jobportalen aktiv. Nachdem es mir überraschend schnell gelang einen Auftrag zu ergattern, musste ich mich noch „schnell“ selbstständig machen. Zum Start hatte ich schon fast vollständig das Formular zur Gewerbeanmeldung online ausgefüllt. Online recherchierte ich nur noch, wie ich die Art meiner Tätigkeit sinnvoll beschreiben soll. Dabei bin ich eher zufällig auf einen Hinweis gestoßen, wie man sich als IT-Berater sogar als Freiberufler anmelden kann. In der Gulp Knowledge Base gibt es hierzu auch einen Text bzgl. Steuern zum Thema „IT-Berater: Freiberufler oder Gewerbetreibende?„. Wichtig sind hierzu:

  • Akademischen Titel erwähnen, wie Diplom, Bachelor oder Master.
  • Im IT-Bereich die ingenieurhafte Arbeitsweise hervorheben.
  • Als Informatiker unbedingt den Begriff „Systemsoftware“ nutzen.

Darauf hin habe ich lediglich den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit“ von der Website des bayerischen Finanzamtes geladen und ausgefüllt. Meine Art der Tätigkeit lautet: „Dipl.-Wirtschaftsmathematiker; Konzeption, Modellierung & Realisierung komplexer (Web-)Architekturen. Training & Digitalisierung von Prozessen mittels Websystemen und Systemsoftware im eBusiness-Umfeld.“.

Anmeldung als Freiberufler - Art der Tätigkeit

Welche Vorteile bietet eine freiberufliche Tätigkeit?

Mit einem Status als Freiberufler erhalte ich in erster Linie steuerliche Vorteile. Als Freiberufler profitiere ich nämlich gegenüber Gewerbetreibenden von diesen Annehmlichkeiten:

  • Keine Gewerbeanmeldung erforderlich, was bedeutet ich zahle keine Gewerbesteuer.
  • Kein Eintrag ins Handelsregister nötig, das spart mir Beiträge für HWK bzw. IHK.
  • Freiberufler unterliegen rechtlich nur BGB & EStG und nicht dem Handelsgesetzbuch (HGB).
  • Ich bin nicht bilanzpflichtig, als Steuererklärung reicht die Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR).
  • Unabhängig vom Betriebsvermögen darf ich immer eine „Ansparabschreibung“ in Anspruch nehmen.
  • Als Freiberufler gehöre ich zu den Personengruppen, die eine Ist-Besteuerung beanspruchen darf.
  • Die Istbesteuerung verschafft mir neben einem Zinsvorteil auch eine Verbesserung meiner Liquidität.

Welche Absicherung ist nötig?

Die Anmeldung der freiberuflichen Tätigkeit ist eine Sache, doch es gibt noch einige weitere relevante Themen, wie Beiträge zur Sozialversicherung:

  • Krankenversicherung (KV): Privat oder gesetzlich?
  • Rentenversicherung (RV): Altersvorsorge regeln?
  • Arbeitslosenversicherung (AV): Vorsorge für Worst Case?
  • Berufshaftpflichtversicherung (BHV): Haftung für Fehler?
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU):
  • Unfallversicherung (UV)

Ich bin der Meinung: Jedes existenzbedrohende Risiko muss versichert werden, damit ich im Schadensfall nicht ruiniert bin oder mit leeren Händen dastehe.

Mein Start als Freiberufler

Ein Gedanke zu „Mein Start als Freiberufler

  • 18.02.2019 um 17:28
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