Im Online-Handel tummeln sich gefühlt hunderte Shop-Systeme, die sich doch deutlich voneinander unterscheiden. Viele Punkte sind für die Wahl des passenden Shop-Systems wichtig: Einsatzbereich (B2B oder B2C), (Lizenz-)Kosten, Technik/Performance (Traffic), Schnittstellen (CRM, PIM/MAM und WaWi), Nutzerfreundlichkeit (Responsive Design & Layout), Individualisierbarkeit vs. Standard-Software, weitere Vertriebskanäle (Markplätze: ebay & Amazon), Preissuchmaschinen, Internationalisierbarkeit (Multi-Mandantenfähigkeit bzw. Mehrsprachigkeit), Marketing-Features (Online-Marketing, Social Media, SEO, Newsletter, Gutscheine, etc.), Skalierbarkeit usw.

Marktübersicht Shopsysteme

Meine persönliche Top10 der besten und beliebtesten Shop-Systeme:

Auswahlkriterien

Es gibt eine Vielzahl an Merkmalen, die für das eine oder andere Shopsystem sprechen. Bevor eine sinnvolle Entscheidung getroffen wird, braucht man eine Analysephase, um die Anforderungen zu erfassen.

Einsatzbereich (B2B oder B2C)

(Lizenz-)Kosten

Technik/Performance (Traffic)

Schnittstellen (CRM, PIM/MAM und WaWi)

Nutzerfreundlichkeit (Responsive Design & Layout)

Individualisierbarkeit vs. Standard-Software

Gerade B2B-Unternehmen besitzen sehr spezielle Anforderungen an ein Shop-System, um die Kundenbedürfnisse bestmöglich zu erfüllen. Viele Shop-Systeme schreiben sich B2B-Fähigkeiten auf die (Marketing-)Fahne, aber meist handelt es sich nur um B2B-Basis-Funktionalitäten. Die Möglichkeiten und Unterschiede der Unternehmen sind doch viel zu unterschiedlich. Aus diesem Grund steht eine einfache Individualisierbarkeit im Vordergrund.

Im B2C-Bereich wünschen sich die Kunden eher eine durchgängige Customer Journey mit Features wie bequemes Click & Collect, einfache Suche & Filterung, gute Preise, etc. Je nach Unternehmensgröße greift man hier gerne auf Standard-Software, weil die Basis-Features des Standard-Shops oftmals ausreichen.

Egal ob Individual-Entwicklung oder Standard-Shop, beide Welten lassen sich individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Viel relevanter sind eher Kostenaspekte oder Time-to-Market-Entscheidungen.

Weitere Vertriebskanäle (Markplätze: ebay & Amazon)

Viele Shopbetreiber wünschen sich Umsatzsteigerungen durch die Anbindung von zusätzlichen Marktplätzen, wie eBay, Amazon oder Mercateo im B2B-Umfeld. Die Krux an der Sache ist der laufende Bestands- und Preisabgleich zwischen den angebundenen Systemen. Je mehr Systeme am Start sind, desto aufwändiger wird die Steuerung. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die das Handling vereinfachen: Getrennte Sortimente (Restposten auf eBay), unterschiedliche Bestände oder Echtzeitsysteme für den Bestandsabgleich (z.B. Speed4Trade). Die Möglichkeiten sind vielfältig aber zugleich auch Arbeits-, Ressourcen- oder Kosten-intensiv.

Natürlich darf man die zusätzlichen Marketingkosten auf den Marktplätzen nicht unterschätzen, dennoch lohnt es sich, wenn man Produkte mit einer hohen Marge verkaufen kann. Waren auf dem heimischen Markt zu kaufen und auf Marktplätzen anzubieten ist eher keine gute Idee. Besser ist es, wenn man die Produkte selbst herstellt oder direkt aus dem Ausland importiert. Nur so ist man in der Lage genug Einnahmen zu generieren, um die Zusatzkosten aufzufangen. Viele Unternehmen nutzen die Marktplätze zur Umsatzsteigerung, nur um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Darum ist es schon im Vorfeld wichtig zu wissen, auf welchen Marktplätzen das Unternehmen aktiv werden möchte.

Preissuchmaschinen

Neben den beiden bekanntesten Marktplätzen eBay und Amazon bieten sich zur Traffic-Generierung auch Preissuchmaschinen an. Hierzu gibt es große Unterschiede bei der Anbindung. Shopware bringt bspw. schon eine Reihe von Produktexporten mit, die man bequem einrichtet und zum Export von Produktdaten nutzt. Andere Shopsysteme bieten Plugins an, mit denen sich die Exporte manuell einrichten lassen. Je nach Branche ist es mehr oder weniger sinnvoll in bekannten Preissuchmaschinen präsent zu sein. Im B2C-Bereich spielt es eine größere Rolle als im B2B-Bereich, wo der Traffic und der Umsatz häufiger von Stammkunden stammen. Auch die Wechselbereitschaft ist im B2C-Umfeld meist größer als im B2B-Umfeld, so dass man die „untreuen“ Kunden immer wieder gewinnen muss.

Doch es ist aus meiner Erfahrung heraus Vorsicht geboten. Manche Portale scheinen auf seltsame Weise konstanten Traffic zu generieren, als ob Bots oder billiger Arbeitskräfte sich durch den Shop klicken, nur um Umsatz für das Preisportal zu generieren. Also erstmal prüfen, wo die Konkurrenten aktiv sind, um nach und nach die eine oder andere Preissuchmaschine anzudocken. Mit der Zeit merkt man schon, auf Basis von Analytics Daten, wo die treuen und kaufkräftigen Kunden herkommen.

Wichtig im Shopumfeld ist es also, wie leicht lassen sich die gewünschten Preisportale anbinden und wie einfach ist es regelmäßige Preis-Updates zu übergeben. Die Verkaufspreise auf verschiedenen Portalen sollten mit den Preisangaben im Shop übereinstimmen, nicht das Abmahnvereine die Gelegenheit nutzen, um Kasse zu machen.

Internationalisierbarkeit (Multi-Mandantenfähigkeit bzw. Mehrsprachigkeit)

Preislich und technisch ist es ein großer Unterschied, ob man nur in Deutschland verkaufen will oder international tätig ist. Nicht jedes Shop-System eignet sich gleichermaßen oder die Kosten sprengen das oftmals enge Budget. Große und internationale Shop-Installationen kosten nicht selten 500.000 € oder teils sogar deutlich mehr. Selbst ein vermeintlich „einfacher“ Relaunch kann ordentlich ins Geld gehen, obwohl man hier schon ziemlich genaue Vorstellung hat, wo die Reise hingehen soll. Nicht selten werden externe Entwickler oder Agenturen durch Inhouse-Mitarbeiter unterstützt. Betroffen sind häufig diese Abteilungen: Marketing/Vertrieb, Finanzen (Business Administration), IT & Technik, Logistik, Produktion, etc. Das ist es auch, was für mich den Reiz am eBusiness-Management ausmacht. Die Vielfalt der betroffenen Systeme und Schnittstellen ist enorm.

Gerade die vielen mittelständischen und großen Unternehmen besitzen das nötige Budget, um solche Projekte zu stemmen. Viele B2B-Unternehmen arbeiten leider immer noch an der Ideensammlung für die künftig Digitalisierung, da sie den Trend verpennt haben, frühzeitig in digitale Prozesse zu investieren. Speziell bei großen Unternehmen ist die Einbeziehung aller Stakeholder das schwierigste, denn die müssen im Vorfeld überzeugt werden ausreichend Ressourcen bereitzustellen. Je internationaler Unternehmen aufgestellt sind, desto schwieriger wird der Einstieg. Wer nie anfängt, dem droht jedoch alles zu verlieren. Seit wenigen Jahren herrscht beispielsweise massive Aufbruchstimmung in der Druckindustrie, die allmählich merkt, wie der digitale Online-Handel ihnen verstärkt das Leben schwer macht.

Marketing-Features (Online-Marketing, Social Media, SEO, Newsletter, Gutscheine, etc.)

Skalierbarkeit usw.

Weiterführende Informationen

Top10 der beliebtesten Shop-Systeme